Review: DAIWA Winterjacke DJ-2306

Eine für alles und immer, warm und ultrabequem!

Mit dem Bekleidungsprogramm (Winter und Sommer) ist Daiwa so gut aufgestellt wie kein anderes Unternehmen innerhalb der Angelbranche. Wenn man mal absieht von den Standards bei Mützen, Caps und Shirts. Unterwäsche, Jacken und Anzüge sind auf höchstem Niveau, sowohl technisch als auch optisch.

Innerhalb des aktuellen Programms, hat Daiwa eine Allwetterjacke (Sie nennen sie Winterjacke) ins Programm genommen, die besser nicht sein könnte. Eine Jacke die alles kann und zu fast jeder Jahreszeit.

Das gute Stück habe ich jetzt seit November 2016 im Dauereinsatz und im Ergebnis ist diese Spezialjacke die perfekte Allroundbekleidung. Im Winter habe ich sie als Überjacke getragen (plusultra-light-Down-Vest). Niedrige Temperaturen waren nie ein Problem.

Beim Fischen unter eisigen Bedingungen verwende ich sie als mittlere Isolationsschicht des Zwiebelprinzips, direkt unter der letzten Anzugschicht.

Im Frühjahr wieder als Oberbekleidung und beim Watangeln in der Ostsee hat sie ebenfalls beste Dienste geleistet.

Warm und dabei ultraleicht! Daiwa beschreibt das so: »Es kühlt immer weiter ab, aber Sie bleiben trotzdem draußen? Mit dieser Jacke kein Problem! Unter dem winddichten Obermaterial steckt die besonders atmungsaktive Wattierung Outlast®, die schnelle Temperaturveränderungen effektiv reguliert. An ganz kalten Tagen kann dieses Leichtgewicht unter der Hardshell getragen werden.«

Die Daiwa DJ-2306 ist zwar nicht ganz billig, aber jeden einzelnen Cent wert! Vergleichbare Produkte anderer Hersteller sind ein gutes Stück teurer. Es gibt sie in zwei Farben, blau mit schwarzer Brusttasche und in komplett schwarz (anthrazit).

Modell DJ-2306 Features Jacke:

  • Stark atmungsaktive Outlast®-Wattierung
  • Zwei-Wege-Frontreißverschluss
  • Drei Fronttaschen mit Reißverschlüssen
  • Taillienweite komfortabel einstellbar
  • (Gewicht: ca. 600g)
  • Materialangaben: Außen/Innen: 100% Polyester

Die Brusttasche ist dabei eins meiner Highlights. Extrem Praktisch um die wichtigsten Dinge zu verstauen. Dadurch sind sie weiter oben aufbewahrt, was insbesondere beim Watfischen enorm wichtig ist. Die beiden Seitentaschen bleiben bei mir meistens leer und dienen in der kalten Jahreszeit dazu meine von den eisigen Temperaturen zu schützen oder aufzuwärmen.

Die Jacke wiegt ca. 600g, es kommt einem aber vor, als hätte man nichts auf den Schultern. Regen ist »kein« Problem, solange es nicht in Strippen gießt. Die Fütterung ist aus synthetischen Material (100%Polyester, Outcast-Wattierung), so dass sie auch mal nass werden kann.

Ein großer Vorteil gegenüber handelsüblichen Daunen. Die verkleben gerne und fangen dann an zu stinken. Das Packmaß der Jacke ist ebenfalls beeindruckend. Sie lässt sich sehr klein zusammenlegen und gut verstauen. Alles in allem kann ich die Jacke besten Gewissens empfehlen. Eine absolute und uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Tight Lines Rainer

Das Jighaken 1 x 1

Auch beim Angeln gilt die Devise: “Details machen den Unterschied… oder auch eine Kette ist immer nur so stark ihr schwächstes Glied“. Was bringt einem also die teuerste Rute oder eine High End Rolle, wenn am Ende des Tages ein Fisch verloren geht, nur weil an vermeintlich  „unwichtigen Kleinigkeiten“ gespart wurde?

Der Köder bzw. der Haken ist das erste Glied in der Kette, das tatsächlich mit dem Fisch in Kontakt gelangt und genau aus diesem Grund muss hierauf ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres als einen Fisch zu verlieren, nur weil der benutzte Jighaken nicht scharf oder stabil genug gewesen ist.

Genau aus diesem Grund habe ich schon vor längerer Zeit damit begonnen einfache Jighaken aus meinen Köderboxen zu verbannen bzw. durch hochwertige zu ersetzen. Vorhandene Restbestände kommen nur noch dann zum Einsatz, wenn an extrem hängerträchtigen Angelstellen (Steinpackungen etc.) gefischt wird.

Das mit Abstand wichtigste Kriterium eines guten Jighakens ist eine außergewöhnliche scharfe Hakenspitze. Der Haken muss förmlich „kleben“, das heißt die Hakenspitze muss so scharf sein, dass sie bereits beim vorsichtigen Rüberstreichen über die Fingerkuppe oder den Fingernagel sofort „kleben“ bleibt.

Auch die Stabilität der Jighaken spielt eine enorm wichtige Rolle. Dünndrahtige Jighaken haben zwar den Vorteil beim Anschlag deutlich leichter im Fischmaul zu fassen, können aber bei zu geringer Stabilität im Drill auch aufbiegen. Beim gezielten Hechtangeln rate ich daher dazu die Haken sicherheitshalber immer eine Nummer stabiler zu wählen.

Bei der Wahl der entsprechenden Jigkopfform kommen bei mir, von ein paar speziellen Angeltechniken mal abgesehen, fast ausschließlich klassische Rundkopfjigs zum Einsatz. Gerade eben weil diese Jigkopfform so schön universell einsetzbar ist und in praktisch jeder Angelsituation sinnvoll verwendet werden kann, hat sich diese Form in meinem Angelalltag am besten bewährt und durchgesetzt.

Das enorm umfangreiche Thema bezüglich der unterschiedlichen Jigkopfformen und deren speziellen Einsatzzwecke soll daher an dieser Stelle auch gar nicht im Detail betrachtet werden.

Im Gegensatz zu der Jigkopfform spielt die Hakenform meiner Ansicht nach eine deutlich wichtigere Rolle. Bei vielen Modellen ist der Hakenbogen einfach zu engen bemessen. Besonders bei breiteren Gummifischen muss darauf geachtet werden, dass der Hakenbogen auch nach dem Aufziehen noch weit genug aus dem Gummifisch hinausragt. Nur so ist gewährleistet, dass der Haken beim Anhieb ordentlich greift und auch sicher im Maul des Raubfischs haken bleibt.

Streng genommen sind das bereits die wichtigsten Merkmale die einen hochwertigen Jighaken ausmachen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch noch weitere sinnvolle Features die einem das Gummifischangeln deutlich erleichtern können.

An erster Stelle ist hier die korrekte Befestigung des Gummiköders am Jighaken zu nennen. Welcher Spinnangler kennt nicht das Problem, dass der aufgezogene Gummifisch einfach nicht auf den Jighaken hängen bleiben will und nach jedem Auswurf erneut vom Haken rutscht.

Dies liegt bei den klassischen Jighaken häufig an der zusätzlich mit angegossene Bleiwulst unterhalb des Jigkopfs. Diese ist in vielen Fällen einfach zu dick, so dass der Gummifisch bereits beim Aufziehen auf den Jighaken aufplatzt oder nicht für ausreichend Halt am Jighaken sorgt.

Insbesondere vor dem Hintergrund der immer weicher werdenden Gummimischungen gewinnt dieses Problem zunehmend an Bedeutung. Bei einigen Jighaken Modellen wird dieses Problem elegant mit einem kleinen Drahthaken hinter dem Jigkopf gelöst. Auf diese Weise kann auch ein weicher Gummifisch leicht und beschädigungsfrei aufgezogen werden und hält dennoch bombenfest.

Eine weiteres Detail, welches mich an vielen Jighaken Modellen stört, sind die fehlenden Gewichtsangaben auf den Haken. Ohne diese Angaben ist ein schnelles Sortieren und Auffinden der passenden Jigs enfach nur unnötig schwierig.

Um dennoch den Überblick zu behalten und um Doppelkäufe zu vermeiden, wiege, sortiere und beschrifte ich meine nicht markierte Jigköpfe von Zeit zu Zeit. Mit einer günstigen, digitalen Feinwaage lässt sich das exakte Gewicht im Handumdrehen bestimmen und es herrscht immer Ordnung in der Tackle Box.

Zum Beschriften der Jigs kann man feine, wasserfeste Stifte verwenden. Diese halten zwar nicht ewig, sorgen aber dennoch schnell für deutlich mehr Übersicht in der Angelkiste. Auch ein Eitkettiergerät hat sich bei mir in der Praxis hervorragend zum Kennzeichnen und Beschriften von Jigkopf-Boxen und anderer Tackle Kisten bewährt.

So lässt sich alles ordentlich kennzeichnen und schnell wiederfinden. Von vornherein besser geeignet sind jedoch hochwertige Jighaken die bereits von Hause aus mit den jeweiligen Gewichtsangaben gekennzeichnet sind.

Sicher sind hochwertige Jighaken meist etwas teurer als deren billige Alternative, aber ihre höhere Qualität zahlt sich auf Dauer einfach aus! Wer im Umgang mit seinen Jighaken einige kleine aber wichtige Details beachtet, wird nicht nur mehr Spaß und Erfolg bei seiner Angelei haben, auch die Lebensdauer der Haken wird sich mit diesen Tipps deutlich erhöhen, so dass der anfänglich Mehrpreis gar nicht mehr so stark ins Gewicht fällt.

Bei Ködern die bereits fertig bestückt bzw. mit aufgezogenen oder eingegossenen Jighaken geliefert werden und ein nachträglicher Austausch nicht möglich ist, sollte bereits beim Kauf auf eine entsprechende Qualität der verwendeten Haken geachtet werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Daiwa Spintail Shad. Er ist bereits von Hause aus mit erstklassigen Haken bestückt und hat mir so schon einige schöne Hechte und Barsche aus dem Kraut locken können.

Trockene Lagerung

Grundsätzlich sollten jegliches Angelzubhör immer trocken gelagert werden. Die sicherste Methode dies zu gewährleisten ist immer nur das Nötigste mit an Wasser zu schleppen. Auf den meisten meiner Angeltouren kommt in der Regel nur eine überschaubare Anzahl unterschiedlicher Köder zum Einsatz. Es macht also keinen Sinn jedes Mal kistenweise überflüssige Jighaken oder Ersatzdrillinge mitzunehmen.

Auch mir ist es schon passiert, dass eine meiner Ersatzkisten während des Angelns unbemerkt nass geworden ist und ich erst beim nächsten Angeltrip festgestellt habe, dass alle Haken bereits durch Rost in Mitleidenschaft gezogen wurden. Eine nicht nur ärgerliche, sondern auch enorm kostspielige Angelegenheit, wenn eine ganze Kiste voll mit Haken und Drillingen Rost ansetzt. Tut Euch also selber einen Gefallen und achtet genau darauf, dass alle feucht gewordenen Köder oder Kisten nach dem Anngeln immer zum Trocknen offen stehen zu lassen!

Feuchtigkeit vermeiden:

Feuchtigkeit lässt sich beim Angeln selbstverständlich nur schwer vermeiden. Um das Rostrisiko durch Feuchtigkeit einzugrenzen achte ich darauf meine Köder nach einem Köderwechsel weder nass, noch feucht zurück in die Box zu legen, sondern vorerst separat aufzubewahren. Als besonders praktikabel hat sich eine leere Extra-Box oder ein extra Ködereimer herausgestellt, in dem ich alle benutzten Köder sammle und diese erst nach Trocknung wieder zurück in die jeweilige Köderbox sortiere.

Nach dem Fischen im Salz- oder Brackwasser sollten das gesamte Angelgerät vor dem Trocknen und Verstauen zusätzlich noch mit Fischwasser gespült werden. Nichts ist schädlicher für unsere Haken und unser Angelgerät als aggressives Salzwasser.

Rostschutz für Jighaken:

Um das Rostrisiko durch unnötige Restfeuchte in den Kisten und an den Jighaken zu minimieren, kann man seine Köderboxen mit einem zusätzlichen Schutz auszustatten. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Den günstigsten Schutz erzielt mach durch das simple Hinzufügen einiger Reiskörner. Diese binden die Feuchtigkeit (siehe Salzstreuer) und schützen so die Haken vor Rost. Es gibt aber auch andere, feuchtigkeitsbindende Mittel, wie z.B. Silicagel Päckchen etc., die sich gut zum Schutz gegen Feuchtigkeit einsetzen lassen.

Zusätzlichen Korrosionsschutz kann man auch durch die Verwendung der Flambeau Zerust Rostschutzplättchen erreichen. Diese Arbeiten nicht nach dem Prinzip die Feuchtigkeit aufzunehmen, sondern es wird von den Plättchen eine Art Schutzschicht abgesondert die sich auf den umgebenden Metalloberflächen ablagert und diese so vor Korrosion schützt.

Hakenpflege:

Um Enttäuschungen am Wasser vorzubeugen müssen stumpf gewordene oder rostige Haken regelmäßig und kompromisslos aussortiert und entsorgt werden. Jedoch müssen nicht alle älteren bzw. unansehnlichen Haken auch immer gleich stumpf sein! Mit Hilfe von etwas Essig-Essenz z.B. lassen sich angelaufene Jighaken leicht und kostengünstig vo Schmutz befreien.

Dazu werden die Bleiköpfe, je nach Grad der Verschmutzung für einige Stunden oder über Nacht, in ein Gefäß mit handelsüblicher Essig-Essenz eingeweicht. Nach dem Einwirken kann die restliche Verschmutzung an den Jigköpfen einfach mit Hilfe einer kleinen Bürste o.Ä. entfernt werden. Die gesäuberten Jighaken anschließend noch gut abtrocknen lassen und ordnungsgemäß lagern. So lassen sich auch gebrauchte Haken wieder auf Vordermann bringen. Als Gefäß hierfür eignet sich hervorragend ein altes Marmeladenglas mit Schraubverschluss. Dadurch lässt sich die Essig-Essenz nicht nur länger lagern, sondern auch die Geruchsbelästigung weitestgehend eingrenzen.

Auch am Wasser gibt es einige Kleinigkeiten im Umgang mit Jighaken zu beachten. Durch häufigen Kontakt mit harten Hindernissen oder Steinen können Jighaken an Schärfe verlieren. Um dem etwas entgegenzuwirken hat sich ein bei mir ein handelsüblicher Hakenschärfer als kleines, aber äußerst praktisches Hilfsmittel für unterwegs herausgestellt!

Damit lassen sich unkompliziert und schnell stumpf gewordene Haken vorübergehend wieder nachschärfen. Es sei jedoch angemerkt, dass das Nachschleifen von Haken nur bedingt bzw. vorübergehend funktioniert und keine geeignete Möglichkeiten darstellt, um dauerhaft stumpf gewordene Haken immer wieder aufs Neue nachzuschleifen. Für unterwegs ist der Hakenschleifer jedoch ideal geeignet und hat mir schon einige Male den einen oder anderen Bonusfisch beschert, der mit weniger scharfen Haken sicherlich nicht hängen geblieben wäre.

Wobei wir auch wieder am Anfang wären. Nichts geht über nadelscharfe und stabile Jighaken. Hochwertige Jighaken sind für mich mit Abstand einfachste und sicherste Methode zur erfolgreichen Verbesserung der Bissausbeute und Erfolgserlebnisse am Wasser. Mein Rat lautet daher ganz klar, wer sich von Anfang an gleich vernünftige Jighaken kauft, diese pflegt, sortiert und entsprechend lagert, der wird am Wasser auf Dauer nicht nur erfolgreicher, sondern auch zufriedener sein.

Im Zweifelsfall sind es sowieso immer ausgerechnet die größten und kapitalsten Fische die einem ausgestiegen sind, weil wohlmöglich doch einmal ein stumpfer Jighaken an der Angel hing.

In diesem Sinne Petri Heil, Tight Lines und bis zum nächsten Mal.

Mehr als nur ein Köder!

Mehr als nur ein Köder!

Köder von der Stange gibt es bereits wie Sand am Meer. Aber für all diejenigen unter Euch die vielleicht trotzdem noch auf der Suche nach etwas besonderem oder exklusivem sind, denen möchten wir an dieser Stelle Rainers Custom Made GIANT BAITS Jerks ans Herz legen!

In Kooperation mit DaF, hat Rainer eine kleine, streng limitierte und äußerst exklusive DaF Jerkbait Serie ins Leben gerufen.

In sprichwörtlich unzähligen Arbeitsstunden und vielen liebevollen, einzelnen Arbeitsschritten ist in 100% Handarbeit, aus einem rohen Stück Buchenholz und unter Einsatz hochwertigster Komponenten, ein wahres Kunstwerk von einem Jerkbait entstanden.

Die immer größer werdende Anzahl an Sammlern wird daher sicherlich auch große Freude an diesen Unikaten haben. Sie sind fast zu schade, um sie tatsächlich zu fischen. Und weil das so ist, die Köder aber trotzdem dazu gebaut wurden, um im Wasser erfolgreich Fische zu überlisten, gibt es mit dem DaF Jerkbait zusammen eine im Bilderrahmen eingefasste Replica des Köders in Form eines Holzschnittes zum Aufhängen an der Wand oder zur Präsentation in der Vitrine.

Da es sich nicht um ein maschinell hergestelltes Massenprodukte handelt, sondern jeder DaF Jerkbait ein handgefertigtes Einzelstück ist, können minimale Farbabweichungen oder kleinste Makel nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. Jeder einzelne Köder ist und bleibt eben ein absolutes Unikat!

Eigenschaften des DaF / GIANT BAIT Jerks:

– Größe: 165mm
– Gewicht: Ca. 100gr. +/- 6 gr.
– massives Buchenholz
– Holzschutz aus dem Bootsbau
– 7 Schichten Epoxyharz
– Edelstahlösen
– ein bis zwei Reflexfolien (je nach Design)
– detailliertes Airbrush-Design
– handgemachte Augen
– Rosco Sprenringe mit 56kg Tragkraft
– OWNER Qualitätsdrillinge ST-36 3/0, made in Japan

Laufverhalten:

– links/rechts-Lauf (angeschlagener Fisch)
– sinkend, auffälliges Flanken in der Sinkphase

 

Bilder sage mehr als Worte:

     

Sollten wir Euer Interesse geweckt haben oder Ihr spielt eventuell sogar mit dem Gedanken Euch einen von Rainers Jerkbaits zu kaufen, dann schaut doch einfach mal hier im DaF Shop vorbei.

Sicherlich haben die Köder, verglichen mit einem Standard Köder oder Massenprodukt, einen stolzen Preis, aber angesichts des Arbeitsaufwands, der hochwertigen Materialien und Verabeitung, sowie der Liebe für Details, sind diese Köderkunst Sets jeden Cent wert!

Wenn nicht, auch kein Problem, denn mit Rainers folgender Anleitung zum Thema Köderbau bekommt Ihr in Bild und Wort alles Wichtige erklärt, was ihr zum Bau eurer eigenen Jerkbaits wissen müsst. Viel Spaß also beim Lesen und Ausprobieren!

Jerkbaits DIY – Der Traum vom eigenen Köder

Wie schwer und aufwändig ist es wohl, seinen eigenen Köder selber herzustellen? Wie geht man am besten vor, auf was muss man achten und welche Geräte und Materialien werden eigentlich für die einzelnen Schitte benötigt?

Das sind Fragen die ich mir vor 4 Jahren selber gestellt habe. Ich habe aus einem eigenen Antrieb heraus, angefangen mich mit dem Köderbau zu beschäftigen. Das war gar nicht so abwegig, immerhin binde ich seit fast 13 Jahren meine Streamer, Trockenfliegen und Nymphen selber. Und zum Fliegenfischen gehört es (für mich) irgendwie dazu, die Fische mit selber gebundenen Mustern zu überlisten. Warum also nicht auch beim Spinnfischen? Als Kind hatte ich schon viel mit Holz gearbeitet, mein Vater hatte einen Werkraum in der Wohnung eingerichtet. Die große Holzwerkbank war einer meiner bevorzugten Plätze in der 3 1/2 Zimmerwohnung.

Wie auch immer, ich hatte wirklich Lust das mal selber zu probieren und habe angefangen mich intensiver damit zu beschäftigen. Als Grundmaterial kam für mich nur Holz in Frage. Da ich keine chemischen Experimente machen wollte. So natürlich wie möglich, alles in Handarbeit.

Das Holz

Holz ist sehr oft der Grundstoff mit dem die ersten Gehversuche beim Köderbau gemacht werden. Entweder als Rohling um damit die Gussform zu erstellen oder eben als Grundstoff, aus dem der ganze Köder besteht. Holz ist ein Naturprodukt, kein Stück gleicht 100% dem Anderen, was zwar eine schöne Eigenschaft ist, aber durchaus seine Tücken hat, aber dazu später mehr. In der Regel werden ein paar wenige Gehölze immer wieder verwendet. Abachi, Balser, Linde, Esche, Buche, Fichte und Kiefer. Jedes Holz hat seine bestimmten Eigenschaften, seinen Preis, Vor- und Nachteile.

Um es kurz zu sagen, ich hatte mich von Beginn an, für Buche entschieden. Aus verschieden Gründen. Verfügbarkeit, Preis, Optik und Eigengewicht. Buche ist sehr hart und dadurch langlebig, dafür aber recht »schwer« zu bearbeiten. Es hat ein relativ hohes Eigengewicht und muss daher nicht mit übermäßig viel zusätzlichem Gewicht bestückt werden, um zu sinken. Und ich wollte ja Jerkbaits bauen, keine Popper.

Farbe

Auch das hat einen »historischen« Hintergrund. Auch hier war mein Vater beteiligt. Er wollte mir damals unbedingt eine Airbrush Ausrüstung besorgen. Damals ist ca. 30 Jahre her, aber ich hatte da noch kein Interesse, ich Trottel, aus welchen Gründen auch immer!? Zumindest hat sich diese Aktion in mein Gedächtnis eingebrannt und so war schnell klar, dass ich das jetzt doch haben will. Wer allerdings keinen Zugang zu dieser Materie hatte, steht wie der Ochs vorm Berg. Welcher Kompressor, welche Pistole, welche Farben und Materialien. Wie geht man mit so einem Ding um, macht es sauber, welche Farben sind die »Besten«… Ich dachte mir, ich spare Zeit, wenn ich einen Kurs besuche und darin die Grundfragen für mich kläre. Gesagt, getan. Ich hatte mich für einen Airbrush-Kurs im hohen Norden entscheiden. Gefunden hatte ich den übers Web, in einem Airbrush-Forum. Da hab ich mich dann angemeldet und bin von Berlin nach Hamburg gefahren, um die ersten Gehversuche dort zu machen. Und ich meine, das war die richtige Entscheidung, Auch wenn die Köder, die ich dort gesprüht hatte (neben Szenen aus dem Weltall und Sonnenuntergängen in der Prärie) noch nicht so aussahen, wie ich das geplant hatte. Es ist eben, wie so oft im eben, alles eine Frage der Übung. Außerdem gab und gibt es ein reichhaltiges Angebot an Tutorials im Internet, bei YouTube und Vimeo, die sehr hilfreich sein können.

Ich hatte mich für eine Pistole der Marke Harder & Steenbeck entschieden, das Modell Evolution, sollte es sein. Reicht völlig aus für mein Einsatzgebiet. Bei diesem Gerät ist eine Nadel mit, 0,3mm und 0,5mm dabei, das passt. Mit diesen Düsen ist man in der Lage sehr fein aber eben auch »großflächig« zu sprühen. Die Farben mit denen ich zuerst Kontakt hatte waren von Schminke. Das sind gute Farben, ich sprühe heute aber etwas lieber mit Farben der Marke Createx.

Zusammenfassend kann man sagen. Wer sich daran wagt, hat zwar eine Menge Arbeit, aber am Ende wird man belohnt. Man kann auch mit einfachen Mitteln tolle Ergebnisse erzielen, sollte sich nur über die einzelnen Schritte im Vorfeld ausreichend Gedanken machen und ein Plan zurecht legen. Gutes Werkzeug ist das A und O. Beim Sprühen zählen gute Vorlagen und Masken. Folgend beschreibe ich die einzelnen Schritte, an denen man sich gut orientieren kann. Mehr Informationen und Tipps findet man im Internet und bei YouTube. Dort gibt es vor allem gute Anleitungen zum Sprühen von außergewöhnlichen Dekoren. Im Folgenden sind die einzelnen Schritte zusammengefasst, bebildert und beschrieben.

Schritt 1

Wie schon beschrieben, verwende ich bevorzugt Buchenholz. Ich kaufe meine Buchenholzplatten im Baumarkt. Keine geleimten Platten. Massivholz! Das ist sicher nicht die günstigste Variante, aber verfügbar. Günstiger gibt es die beim Tischler um die Ecke oder, wenn man darauf zurückgreifen kann, in einem Sägewerk. Auch der ein oder andere Forstbetrieb kann theoretisch behilflich sein.

Auf diese Platten zeichne ich mit einer Schablone die Umrisse der Köder. Die Platten sind 20mm stark und haben gleich die passende Dicke. Ich säge die Formen mit einer Bandsäge aus, das geht natürlich auch mit einer Stichsäge oder ähnlichen Werkzeugen.

Schritt 2

Sind die Formen erstmal ausgeschnitten, schleife ich die Kanten mit einer Band- oder Tellerschleife glatt und anschließend runde ich die Ecken ab. Als Ergebnis erhalten ich die Rohlinge für die Weiterverarbeitung.

Es folgt der erste Handschliff. Die Kanten werden mit einer Raspel runder geschliffen und so symmetrisch wie möglich. Nach dem Grobschliff erfolgt ein erster Feinschliff mit Schleifpapier. Eine 60er bis 100er Körnung hat sich hierfür bewährt. Wenn die Form noch nicht 100% exakt ist, wird noch einmal die Raspel angesetzt, dann wieder mit Schleifpapier nacharbeiten. Am Ende sollte eine schöne, saubere und symmetrische Form heraus kommen.

Schritt 3

Die Formen werden grundiert. Dazu verwende ich Holzschutz wie es beim Bootsbau verwendet wird. Das dringt in die Poren ein und schützt das Holz, falls die Epoxyschicht später stark zerkratzt oder gar zerstört ist. Der Köder wird dadurch langlebiger.

Ist der Holzschutz Übernacht getrocknet bohre ich an den entsprechenden Stellen Löcher, um dort anschließend die Schrauben versenken zu können. Buchenholz ist so hart, dass die Ösen leicht brechen, wenn man nicht vorgebohrt hat. Vor allem, wenn gegen die Faser gearbeitet wird. Ich verwende Schrauben, die ich über Lureparts.nl beziehe. Das sind stabile Edelstahl-Ösen und geeignet für Süß- und Salzwasser. Man kann sich diese Ösen auch selber drehen, auch dazu gibt es sehr viele Anleitungen im Web. Die Ösen sind nun angebracht und im Idealfall mit Epoxy verklebt. Das hält! Jetzt werden die Löcher für die Bleigewichte gebohrt. Am besten mit einem Standbohrer.

Ich kaufe im Internet runde Bleiprofile. Von diesen Stangen knipse ich die passenden Gewichte ab. Das überprüfe ich mit einer Küchenwaage. Das Gewicht wird natürlich vorher bestimmt. Wie ich das mache. In einem 10l Eimer mit Wasser gefüllt. Ösen sind montiert. Haken und Sprengringe hänge ich ein und die Bleie klemme ich mit Gummis an das Holz. Sinkt der Köder so ab, wie ich mir das vorstelle, gerade und in der richtigen Geschwindigkeit, markiere ich den Punkt und bohre an dieser Stelle das Loch mit einem Holzbohrer. Blei rein und mit Epoxy verkleben. Jetzt folgt der erste Test am Wasser. Läuft der »Jerk«, kann es weiter gehen.

Schritt 4

Die Vorarbeit für die Gestaltung läuft. Die Folie wird geschnitten und verklebt. Auch hier gibt es viele Muster und Materialien. Die Firma 3M liefert selbstklebende Alufolie, die sich gut auftragen lässt. Im Fachgeschäft für Bastelbedarf gibt es eine reichhaltige Auswahl an weiteren Folien mit unterschiedlichen Mustern und Effekten, die sich mehr oder weniger gut eignen.

Diese werden auf den Köder aufgetragen und verklebt. Dann folgen die ersten beiden Schichten Epoxy. Diese beiden Schichten umhüllen den kompl. Körper und sorgen für saubere Übergänge. Das ist sehr wichtig, da sonst alle Fehler im Lack später zu sehen sind. Ist das Epoxy getrocknet, wird der Köder aus dem »Trockner« genommen und ist bereit für den Farbauftrag.

Schritt 5

Bevor im nächsten Schritt die Farbe aufgetragen wird, das kann per Pinsel, Sprühdose oder im Idealfall mit der Airbrush-Pistole passieren, arbeite ich an den Augen. Die mache ich selber. Fertig gekaufte Epoxyaugen aus dem Handel gefallen mir einfach nicht. Die wirken wie Fremdkörper. Ich sprühe entweder auf Folie, bei der ich vorher die Augen im passenden Durchmesser aussteche oder kaufe selbstklebende »Markierungspunkte«.

Die bekommen eine Grundierung und dann eine Pupille im passenden Durchmesser. Das ist zwar aufwendig, im Ergebnis aber nach meinem Geschmack um ein vielfaches schöner.

Schritt 6

Jetzt bin ich soweit, dass ich alles zusammen habe um mich um die Farbgestaltung zu kümmern. Der Köder wird grundiert. Das passiert ebenfalls mit der Airbrush. Nach dem trocknen folgen die einzelnen Farbschichten. Schritt für Schritt werden Grundfarben aufgetragen, Tiefen und Highlight. Schuppenmuster werden mit einer Schablone aufgesprüht. Flossen und Kiemen (Kopfbereich) ebenfalls. Dann folgen Details wie Schatten und weitere Farbschichten. Zum Schluss der Rücken. Je mehr Mühe man sich gibt, desto schöner natürlich das Ergebnis.

Schritt 7

Passt alles, klebe ich die vorher gesprühten Augen auf. Der Jerk ist im Grunde jetzt »fertig«. Eins ist allerdings unbedingt zu beachten! Der Köder darf möglichst nicht berührt werden. Staub und Fett auf der Oberfläche ist unbedingt zu vermeiden. Der Lack (das Epoxy) verträgt sich weder mit Staub noch Fett! Beides wirkt abweisend und es ist fast unmöglich eine saubere Lackierung zu bekommen. Also oberste Vorsicht. Handschuhe und Zangen sind geeignete Hilfsmittel um Berührungen zu vermeiden. Bevor epoxiert wird, schlage ich die Nummern und das Logo ein. Die Köder sind spätestens jetzt Unikate und limitiert.

Schritt 8

Jetzt wird lackiert. 2 Schichten sind ja bereits aufgetragen. Nun folgen 4 bis 6 weitere Schichten. Die Köder werden zum Trocknen erneut in mein Köderkarussel eingespannt. Die einzelnen Schichten Epoxy trage ich mit Pinseln auf. Die besten Pinsel die ich bisher gefunden habe, sind von Ikea. Leider verklebt der Pinsel nach dem Auftragen mit dem aushärtenden Epoxy und kann nicht wiederverwendet werden. Das lässt sich leider nicht ändern. Also unbedingt auf den Preis achten! Und die Haare sollten sich nicht vom Pinsel lösen, das sorgt nur für zusätzlichen Stress.

Eine Schicht folgt der anderen. Ich trage die einzelnen Schichten im Abstand von 6 bis 8 Stunden auf. Möglichst dünn. Epoxy-Harze werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Momentan verwende ich das von Behnke-Bootsservice. Epoxiharz 601 und als Härter 650. Das Mischungsverhältnis ist angegeben und einfach über die Küchenwaage zu bestimmen. Nach der letzten Schicht trocknen die Köder, je nach Raumtemperatur, bis zu 48 Stunden und können erst dann angefasst und gefischt werden.

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen meiner Anleitung und wurdet dazu ermuntert, selber einmal einen paar handgemachte Köder zu bauen. Der Fang auf einen selbstgebauten Köder ist einfach immer wieder etwas Besonderes.

Tight Lines Rainer

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