Auch beim Angeln gilt die Devise: “Details machen den Unterschied… oder auch eine Kette ist immer nur so stark ihr schwächstes Glied“. Was bringt einem also die teuerste Rute oder eine High End Rolle, wenn am Ende des Tages ein Fisch verloren geht, nur weil an vermeintlich  „unwichtigen Kleinigkeiten“ gespart wurde?

Der Köder bzw. der Haken ist das erste Glied in der Kette, das tatsächlich mit dem Fisch in Kontakt gelangt und genau aus diesem Grund muss hierauf ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres als einen Fisch zu verlieren, nur weil der benutzte Jighaken nicht scharf oder stabil genug gewesen ist.

Genau aus diesem Grund habe ich schon vor längerer Zeit damit begonnen einfache Jighaken aus meinen Köderboxen zu verbannen bzw. durch hochwertige zu ersetzen. Vorhandene Restbestände kommen nur noch dann zum Einsatz, wenn an extrem hängerträchtigen Angelstellen (Steinpackungen etc.) gefischt wird.

Das mit Abstand wichtigste Kriterium eines guten Jighakens ist eine außergewöhnliche scharfe Hakenspitze. Der Haken muss förmlich „kleben“, das heißt die Hakenspitze muss so scharf sein, dass sie bereits beim vorsichtigen Rüberstreichen über die Fingerkuppe oder den Fingernagel sofort „kleben“ bleibt.

Auch die Stabilität der Jighaken spielt eine enorm wichtige Rolle. Dünndrahtige Jighaken haben zwar den Vorteil beim Anschlag deutlich leichter im Fischmaul zu fassen, können aber bei zu geringer Stabilität im Drill auch aufbiegen. Beim gezielten Hechtangeln rate ich daher dazu die Haken sicherheitshalber immer eine Nummer stabiler zu wählen.

Bei der Wahl der entsprechenden Jigkopfform kommen bei mir, von ein paar speziellen Angeltechniken mal abgesehen, fast ausschließlich klassische Rundkopfjigs zum Einsatz. Gerade eben weil diese Jigkopfform so schön universell einsetzbar ist und in praktisch jeder Angelsituation sinnvoll verwendet werden kann, hat sich diese Form in meinem Angelalltag am besten bewährt und durchgesetzt.

Das enorm umfangreiche Thema bezüglich der unterschiedlichen Jigkopfformen und deren speziellen Einsatzzwecke soll daher an dieser Stelle auch gar nicht im Detail betrachtet werden.

Im Gegensatz zu der Jigkopfform spielt die Hakenform meiner Ansicht nach eine deutlich wichtigere Rolle. Bei vielen Modellen ist der Hakenbogen einfach zu engen bemessen. Besonders bei breiteren Gummifischen muss darauf geachtet werden, dass der Hakenbogen auch nach dem Aufziehen noch weit genug aus dem Gummifisch hinausragt. Nur so ist gewährleistet, dass der Haken beim Anhieb ordentlich greift und auch sicher im Maul des Raubfischs haken bleibt.

Streng genommen sind das bereits die wichtigsten Merkmale die einen hochwertigen Jighaken ausmachen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch noch weitere sinnvolle Features die einem das Gummifischangeln deutlich erleichtern können.

An erster Stelle ist hier die korrekte Befestigung des Gummiköders am Jighaken zu nennen. Welcher Spinnangler kennt nicht das Problem, dass der aufgezogene Gummifisch einfach nicht auf den Jighaken hängen bleiben will und nach jedem Auswurf erneut vom Haken rutscht.

Dies liegt bei den klassischen Jighaken häufig an der zusätzlich mit angegossene Bleiwulst unterhalb des Jigkopfs. Diese ist in vielen Fällen einfach zu dick, so dass der Gummifisch bereits beim Aufziehen auf den Jighaken aufplatzt oder nicht für ausreichend Halt am Jighaken sorgt.

Insbesondere vor dem Hintergrund der immer weicher werdenden Gummimischungen gewinnt dieses Problem zunehmend an Bedeutung. Bei einigen Jighaken Modellen wird dieses Problem elegant mit einem kleinen Drahthaken hinter dem Jigkopf gelöst. Auf diese Weise kann auch ein weicher Gummifisch leicht und beschädigungsfrei aufgezogen werden und hält dennoch bombenfest.

Eine weiteres Detail, welches mich an vielen Jighaken Modellen stört, sind die fehlenden Gewichtsangaben auf den Haken. Ohne diese Angaben ist ein schnelles Sortieren und Auffinden der passenden Jigs enfach nur unnötig schwierig.

Um dennoch den Überblick zu behalten und um Doppelkäufe zu vermeiden, wiege, sortiere und beschrifte ich meine nicht markierte Jigköpfe von Zeit zu Zeit. Mit einer günstigen, digitalen Feinwaage lässt sich das exakte Gewicht im Handumdrehen bestimmen und es herrscht immer Ordnung in der Tackle Box.

Zum Beschriften der Jigs kann man feine, wasserfeste Stifte verwenden. Diese halten zwar nicht ewig, sorgen aber dennoch schnell für deutlich mehr Übersicht in der Angelkiste. Auch ein Eitkettiergerät hat sich bei mir in der Praxis hervorragend zum Kennzeichnen und Beschriften von Jigkopf-Boxen und anderer Tackle Kisten bewährt.

So lässt sich alles ordentlich kennzeichnen und schnell wiederfinden. Von vornherein besser geeignet sind jedoch hochwertige Jighaken die bereits von Hause aus mit den jeweiligen Gewichtsangaben gekennzeichnet sind.

Sicher sind hochwertige Jighaken meist etwas teurer als deren billige Alternative, aber ihre höhere Qualität zahlt sich auf Dauer einfach aus! Wer im Umgang mit seinen Jighaken einige kleine aber wichtige Details beachtet, wird nicht nur mehr Spaß und Erfolg bei seiner Angelei haben, auch die Lebensdauer der Haken wird sich mit diesen Tipps deutlich erhöhen, so dass der anfänglich Mehrpreis gar nicht mehr so stark ins Gewicht fällt.

Bei Ködern die bereits fertig bestückt bzw. mit aufgezogenen oder eingegossenen Jighaken geliefert werden und ein nachträglicher Austausch nicht möglich ist, sollte bereits beim Kauf auf eine entsprechende Qualität der verwendeten Haken geachtet werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Daiwa Spintail Shad. Er ist bereits von Hause aus mit erstklassigen Haken bestückt und hat mir so schon einige schöne Hechte und Barsche aus dem Kraut locken können.

Trockene Lagerung

Grundsätzlich sollten jegliches Angelzubhör immer trocken gelagert werden. Die sicherste Methode dies zu gewährleisten ist immer nur das Nötigste mit an Wasser zu schleppen. Auf den meisten meiner Angeltouren kommt in der Regel nur eine überschaubare Anzahl unterschiedlicher Köder zum Einsatz. Es macht also keinen Sinn jedes Mal kistenweise überflüssige Jighaken oder Ersatzdrillinge mitzunehmen.

Auch mir ist es schon passiert, dass eine meiner Ersatzkisten während des Angelns unbemerkt nass geworden ist und ich erst beim nächsten Angeltrip festgestellt habe, dass alle Haken bereits durch Rost in Mitleidenschaft gezogen wurden. Eine nicht nur ärgerliche, sondern auch enorm kostspielige Angelegenheit, wenn eine ganze Kiste voll mit Haken und Drillingen Rost ansetzt. Tut Euch also selber einen Gefallen und achtet genau darauf, dass alle feucht gewordenen Köder oder Kisten nach dem Anngeln immer zum Trocknen offen stehen zu lassen!

Feuchtigkeit vermeiden:

Feuchtigkeit lässt sich beim Angeln selbstverständlich nur schwer vermeiden. Um das Rostrisiko durch Feuchtigkeit einzugrenzen achte ich darauf meine Köder nach einem Köderwechsel weder nass, noch feucht zurück in die Box zu legen, sondern vorerst separat aufzubewahren. Als besonders praktikabel hat sich eine leere Extra-Box oder ein extra Ködereimer herausgestellt, in dem ich alle benutzten Köder sammle und diese erst nach Trocknung wieder zurück in die jeweilige Köderbox sortiere.

Nach dem Fischen im Salz- oder Brackwasser sollten das gesamte Angelgerät vor dem Trocknen und Verstauen zusätzlich noch mit Fischwasser gespült werden. Nichts ist schädlicher für unsere Haken und unser Angelgerät als aggressives Salzwasser.

Rostschutz für Jighaken:

Um das Rostrisiko durch unnötige Restfeuchte in den Kisten und an den Jighaken zu minimieren, kann man seine Köderboxen mit einem zusätzlichen Schutz auszustatten. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Den günstigsten Schutz erzielt mach durch das simple Hinzufügen einiger Reiskörner. Diese binden die Feuchtigkeit (siehe Salzstreuer) und schützen so die Haken vor Rost. Es gibt aber auch andere, feuchtigkeitsbindende Mittel, wie z.B. Silicagel Päckchen etc., die sich gut zum Schutz gegen Feuchtigkeit einsetzen lassen.

Zusätzlichen Korrosionsschutz kann man auch durch die Verwendung der Flambeau Zerust Rostschutzplättchen erreichen. Diese Arbeiten nicht nach dem Prinzip die Feuchtigkeit aufzunehmen, sondern es wird von den Plättchen eine Art Schutzschicht abgesondert die sich auf den umgebenden Metalloberflächen ablagert und diese so vor Korrosion schützt.

Hakenpflege:

Um Enttäuschungen am Wasser vorzubeugen müssen stumpf gewordene oder rostige Haken regelmäßig und kompromisslos aussortiert und entsorgt werden. Jedoch müssen nicht alle älteren bzw. unansehnlichen Haken auch immer gleich stumpf sein! Mit Hilfe von etwas Essig-Essenz z.B. lassen sich angelaufene Jighaken leicht und kostengünstig vo Schmutz befreien.

Dazu werden die Bleiköpfe, je nach Grad der Verschmutzung für einige Stunden oder über Nacht, in ein Gefäß mit handelsüblicher Essig-Essenz eingeweicht. Nach dem Einwirken kann die restliche Verschmutzung an den Jigköpfen einfach mit Hilfe einer kleinen Bürste o.Ä. entfernt werden. Die gesäuberten Jighaken anschließend noch gut abtrocknen lassen und ordnungsgemäß lagern. So lassen sich auch gebrauchte Haken wieder auf Vordermann bringen. Als Gefäß hierfür eignet sich hervorragend ein altes Marmeladenglas mit Schraubverschluss. Dadurch lässt sich die Essig-Essenz nicht nur länger lagern, sondern auch die Geruchsbelästigung weitestgehend eingrenzen.

Auch am Wasser gibt es einige Kleinigkeiten im Umgang mit Jighaken zu beachten. Durch häufigen Kontakt mit harten Hindernissen oder Steinen können Jighaken an Schärfe verlieren. Um dem etwas entgegenzuwirken hat sich ein bei mir ein handelsüblicher Hakenschärfer als kleines, aber äußerst praktisches Hilfsmittel für unterwegs herausgestellt!

Damit lassen sich unkompliziert und schnell stumpf gewordene Haken vorübergehend wieder nachschärfen. Es sei jedoch angemerkt, dass das Nachschleifen von Haken nur bedingt bzw. vorübergehend funktioniert und keine geeignete Möglichkeiten darstellt, um dauerhaft stumpf gewordene Haken immer wieder aufs Neue nachzuschleifen. Für unterwegs ist der Hakenschleifer jedoch ideal geeignet und hat mir schon einige Male den einen oder anderen Bonusfisch beschert, der mit weniger scharfen Haken sicherlich nicht hängen geblieben wäre.

Wobei wir auch wieder am Anfang wären. Nichts geht über nadelscharfe und stabile Jighaken. Hochwertige Jighaken sind für mich mit Abstand einfachste und sicherste Methode zur erfolgreichen Verbesserung der Bissausbeute und Erfolgserlebnisse am Wasser. Mein Rat lautet daher ganz klar, wer sich von Anfang an gleich vernünftige Jighaken kauft, diese pflegt, sortiert und entsprechend lagert, der wird am Wasser auf Dauer nicht nur erfolgreicher, sondern auch zufriedener sein.

Im Zweifelsfall sind es sowieso immer ausgerechnet die größten und kapitalsten Fische die einem ausgestiegen sind, weil wohlmöglich doch einmal ein stumpfer Jighaken an der Angel hing.

In diesem Sinne Petri Heil, Tight Lines und bis zum nächsten Mal.

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