Im letzten Jahr habe ich, im Rahmen einer Leseraktion, an einem Test und einer Bewertung der neuen DAIWA Infinity-Q 3000 Zaion teilgenommen. Da meine Stellungnahme zur Zaion im Heft leider etwas kurz ausgefallen ist, wollte ich Euch meine komplette Bewertung nicht vorenthalten.

Anfang letzten Jahres gab es eine Ausschreibung der Zeitschrift Rute&Rolle für eine Bewerbung als Testfischer der neuen Daiwa Infinity-Q 3000 Zaion. Da ich bereits den Vorgänger, das 2007er Modell der Infinity-Q, seit über zwei Jahren intensiv fische und sehr zufrieden damit bin, habe ich mich natürlich sofort als Testfischer bei Rute&Rolle beworben.
Es dauerte zunächst einige Wochen und ich hatte die Bewerbung bei Rute&Rolle eigentlich schon fast abgehakt, doch dann bekam ich tatsächlich noch eine dieser edlen Rollen zum Testen zugeschickt.Besonders gespannt war ich natürlich darauf, ob die neue Infinity-Q Zaion die guten Erfahrungen, die ich mit dem Vorgängermodell machen konnte, noch übertreffen kann, aber dazu später mehr.Beginnen wir zunächst mit dem ersten Eindruck den die Rolle hinterlässt, wenn sie nackt und unbespult aus der Verpackung genommen wird. Das neue schwarze Design der Zaion wirkt schlicht, aber edel und gefällt mir persönlich sehr gut.

Die gesamte Gestaltung und Verarbeitung der Rolle, sowie die verbauten Teile und Materialien machen einen sehr soliden Eindruck und lassen auf eine lange Lebensdauer hoffen. Größe und Gewicht dieser 3000er Rolle sind wohl proportioniert und ermöglichen einen sehr vielseitigen Einsatz in den unterschiedlichen Bereichen der Spinnangelei. Leider wurde auch hier, wie bei eigentlich allen Herstellern hochwertiger Angelrollen, auf eine Ersatzspule im Lieferumfang verzichtet.

Im Praxistest kam die Infinity-Q Zaion bei mir in den verschiedensten Angelsituationen zum Einsatz. Ich verwendete Sie sowohl für das Fischen auf Zander und Rapfen, das Watfischen auf Meerforelle im Salzwasser, als auch als Arbeitstier für das Angeln auf Ostseedorsche und die großen Boddenhechte im Brackwasser. Auf diese Weise konnte ich mir nach ausgiebigen Testfischen während der letzten Monate einen sehr guten Überblick über diese Rolle verschaffen. Nun aber zu den gesammelten Erfahrungen aus meinem Praxistest.

Die Zaion besitzt einen sehr angenehm weichen und leichtgängigen Lauf, der es einem problemlos ermöglicht den ganzen Tag über ermüdungsfrei zu Fischen. Der Spulenhub der Rolle arbeitet einwandfrei und trägt so zu einer wirklich exzellenten Schnurverlegung bei. Durch das überarbeitete Innenleben des Schnurlaufröllchens konnten die Laufgeräusche, im Vergleich zum Vorgängermodell, deutlich reduziert und so die Schnurverlegung weiter verbessert werden. Perücken, begünstigt durch das unsaubere Verlegen bzw. Aufspulen der Schnur, gehören so der Vergangenheit an.

Die Bremse der Infinity-Q Zaion kann als sehr gelungen und ausgereift bezeichnet werden. Sie läuft sauber und ruckfrei an und lässt im Drill fast keine Wünsche offen. Lediglich für einige Bereiche der Spinnangelei ist die Bremse der Zaion schon fast ein wenig zu sensibel. Insbesondere bei der gezielten Angelei auf Großhechte, wie z.B. am Bodden, fische ich meist mit einer nahezu komplett zugedrehter Bremse. Auf diese Weise kann auch bei Bissen auf größere Distanz ein sauberer Anhieb gesetzt werden und die Haken besser im harten Fischmaul der Räuber fassen.

Nach einem Biss bei fest angezogener Bremse benötigt die Zaion zunächst mehrere Umdrehungen der Frontbremse bis die optimale Bremswirkung für den Drill eingestellt ist. Das bedeutet, dass der eigentliche Vorteil der extrem fein zu justierenden Bremse auf der Kehrseite zu relativ langen Einstellwege führt. In einer hektischen Situation, wie beispielsweise bei einem Biss auf Nahdistanz, wo innerhalb kürzester Zeit auf wilde Fluchten und Kopfschüttler der Fische reagiert werden muss, wären etwas kürzere Einstellwege der Bremse daher von Vorteil gewesen.

Alles im allen machte die Infinity-Q Zaion bei mir am Wasser eine ausgezeichnet gute Figur. Wilde Fluchten kapitaler Hechte steckte die Rolle problemlos weg und auch die Hechtangelei mit XXL-Ködern von über 23 cm Länge konnten der Rolle nichts anhaben. Persönlich verwende ich die Rolle bevorzugt für das Kunstköderfischen auf Zander und Hecht. Hierbei komme n bei mir am häufigsten Gummiköder mit einer Länge von etwa 12 bis 18 cm an die Schnur. In Kombination mit der richtigen Rute und entsprechender Schnurstärke lässt sich die Infinity-Q Zaion jedoch für nahezu alle Bereiche der Spinnangelei hervorragend einsetzen.

Da die Wahl der richtigen Schnurstärke für das jeweilige Einsatzgebiet einen wesentlichen Einfluss auf den Fangerfolg haben kann, empfiehlt sich die nachträgliche Anschaffung einer Ersatzspule. Auf diese Weise bleibt man am Wasser flexibel und kann sich schnell den Gegebenheiten vor Ort anpassen.

Da die Ersatzspulen bedauerlicherweise etwas teuer sind (ca. 65 €), wäre es wünschenswert gewesen hätte Daiwa eine so universell einsetzbare Rolle von Hause aus gleich mit einer Ersatzspule ausgeliefert. Für mich entfielen jedoch die Anschaffungskosten für eine Ersatzspule glücklicherweise, da die Spulen der alten Infinity-Q auch auf der neuen Zaion verwendet werden können.
Verbesserungsfähig in meinen Augen ist der verhältnismäßig kleine Drehknauf der Frontbremse, der für meinen Geschmack gerne auch hätte größer ausfallen dürfen. Zum einen wäre es leichter die etwas längeren Einstellwege der Bremse auch in hektischen Situationen sicher kontrollieren zu können und zum anderen würde ein größerer Drehknauf dazu beitragen eine bessere Handhabung der Bremse mit Handschuhen (Winterangelei!) zu gewährleisten.

Abschließend kann man sagen, dass es Daiwa mit der Zaion gelungen ist die Inifinity-Q noch einmal zu verbessern. Die Daiwa Infinity-Q 3000 Zaion ist eine sehr anspruchsvolle, aber dennoch universell einsetzbare Spinnrolle des gehobenen Preissegments, welche inzwischen zum engsten Kreis meiner Favoriten am Wasser gehört.
Nach wie vor macht es einfach nur Spaß mit dieser Rolle fischen zu gehen!
Petri und Tight Lines
Basti






