pike-patrol

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home

Tourbericht: Großzander aus der Weser

E-Mail Drucken PDF

Aus aktuellem Anlass, dem Relaunch unserer Internetseite, haben wir endlich den bereits vor Monaten angekündigten Bericht unserer Vertikalangeltour online gestellt. Viel Spass beim Lesen!

1Meter09

 

Seit längerem schon war eine gemeinsame Tour mit unserem Freund und Team-Kollegen, Guido geplant. Doch immer wieder ist irgendetwas dazwischen gekommen. Mitte Oktober war es dann endlich soweit. Obwohl die Fangmeldungen der vorangegangenen Tage nicht gerade atemberaubend gewesen sind, machten wir uns Donnerstag Nachmittag auf den Weg in Richtung Bremen. Drei Tage hardcore-Angeln lagen vor uns ;)

Wie immer ist es meine Aufgabe die restlichen Team-Mitglieder der Pike-Patrol-Bande einzusammeln. Gesagt, getan. Nachdem Marco und Rainer schließlich „eingesackt“ waren, ging es endlich los. Die Vorfreude und die Erwartungen des anstehenden Trips wuchsen ins Unermessliche und nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten in Bremen, erst ließ uns das Navi im Stich und anschließend war auch noch der Akku des Iphones wiedereinmal an seine Grenzen gestoßen, sind wir gegen kurz vor 23 Uhr in unser Unterkunft eingetrudelt.

Schnell war das Apartment bezogen und die nötigen Vorfächer und Einhänger für den darauf folgenden Tag präpariert. Als passende Einstimmung für den morgigen Tag und quasi als Gute-Nacht-Geschichte wurde kurzerhand noch eine passende Angel-DVD ins Laufwerk geschmissen und ab ging es in die Betten.

Erster Tag:

Der Wecker klingelt und sofort stehe ich wie eine Eins im Bett. Jetzt noch schnell Rainer und vor allem Marco wecken und ab zum Frühstück. Wie üblich dauert es wieder etwas länger als geplant bis wir endlich, mit einer Viertelstunde Verspätung, am Hafen stehen. Guido ist schon da und wartet ungeduldig. Schnell ist das Boot geslippt und die Tour kann beginnen.

Es ist 8 Uhr früh. Um keine kostbare Angelzeit zu verplempern entscheiden wir uns als erstes einen nahe gelegenen Warmwassereinlauf mit starker Strömung anzufahren. Obwohl die ersten richtig kalten Nächte bereits eingesetzt haben, werden wir in unserer Platzwahl bestätigt und beobachten wie nahezu bei jedem zweiten Wurf Rapfen immer wieder unsere Oberflächenköder und flachlaufende Wobbler attackieren. Nach einigen Fehlbissen, den ersten 3 Rapfen (bis 72cm) im Boot und abnehmender Bißfrequenz entschließen wir uns für einen Stellenwechsel. Schließlich sind wir gekommen um kapitale Zander zu überlisten.

Die äußeren Umstände scheinen uns heute jedoch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das Wasser steht extrem hoch und im Laufe des Tages frischt der Wind zusehends auf, so dass ein effektives Fischen an dem meisten Stellen unmöglich wird. Der Rest des ersten Tages ist daher schnell erzählt. Wir suchen, suchen und suchen die Zander, doch trotz zahlreicher Sicheln und deutlich zu erkennenden Futterfischwolken auf dem Echolot bleiben die ersehnten Bisse aus. Die Zander scheinen einfach noch nicht in Beißlaune zu sein. Hier und da bekommen wir vereinzelt Fischkontakte und am Ende des Tages sind es leider nur drei Rapfen und drei kleinere Zander die wir zu einem kurzen Fotoshooting überreden können.

Trotz der etwas bescheidenen Bilanz sind wir, vor allem in Anbetracht der vorhergesagten Wetterbesserung, frohen Mutes und freuen uns auf den nächsten Tag.Bei einem sowohl üppigen als auch kulinarischen Abendessen in unserer Pension werden noch schnell die wichtigsten Pläne und Ideen zum Fang der kapitalen Zander am morgigen Tag erörtert und anschließend fallen wir müde, aber zuversichtlich in unsere Betten.

Zweiter Tag:

Wieder klingelt der Wecker und wieder stehe ich im Bett. Der frühmorgentliche Rhythmus scheint gefunden zu sein und wir treffen uns pünktlich mit Guido im Hafen. Das Boot liegt noch vom Vortag im Wasser und es kann sofort losgehen. Erneut fahren wir als ersten zum Warmwassereinlauf und wieder liegen wir richtig. Das Schauspiel vom Vortag wiederholt sich aufs Neue und immer wieder bringen raubende Rapfen die Wasseroberfläche zum Kochen. Leider müssen wir jedoch wie bereits gestern etliche Fehlattacken verzeichnen, was u.a. daran liegt, dass wir tacklemäßig nicht ausreichend auf die Rapfenfischerei eingestellt sind - schließlich sollte dies keine Topwaternummer, sondern eine reine Vertikaltour werden.

Rapfenbild Beese?

Nach etwa einer halben Stunde haben sich die Rapfen vorerst ausgetobt und nach 3 Rapfen und einem kl einen Zander lässt die Anzahl der Attacken deutlich nach. Wir entschließen uns daher das Boot etwas umzusetzen und versuchen es einige Meter tiefer und weiter entfernt vom Einlauf. Kaum hat Guido das Boot in Position gebracht verzeichnen wir die ersten Zanderkontakte. Leider sind immer noch keine Riesen mit dabei, aber wenigstens scheinen die Zander heute agiler zu sein als gestern. Ca. 30 Minuten lang angeln wir diesen Spot großflächig und konzentriert ab, erhalten weitere Fischkontakte und können noch zwei Zander ins Boot holen.

So kann es weitergehen – denken wir uns – und angeln weiter. Heute bekommen wir fast überall Fischkontakt, doch am erfolgversprechendsten erweisen sich Stellen am unteren Ende der Steinpackungen. Die Vertikalnummer heute ist wesentlich kurzweiliger und erfolgreicher und auch geworfene Gummifische, wie der 5“ Sea Shad (von Bass Assassin) finden jetzt ihren Weg ins Maul der Stachelritter. Vertikal sind es bei bedeckter Witterung insbesondere die 9cm und 12cm langen Piratos in grün/gelb (von Cormoran) und bei sonnigem Wetter der 6“ Swim Bait in Gold Shiner (von Bass Assassin), die immer wieder für tolle Fische sorgen.

Bis zum Abend haben wir uns 3 Rapfen und 11 Zander zusammengesammelt und obwohl die meisten Fische „nur“ etwa 50cm bis 65cm lang sind, geben wir die Hoffnung auf einen Kapitalen nicht auf, denn die steigende Bissfrequenz des heutigen Tages lässt auf mehr hoffen....

Dritter und letzter Tag:

Wie immer vergehen die Angeltage wie im Fluge und der dritte und letzte Tag erwartet uns mit nebligen Wetter und Temperaturen unter dem Nullpunkt. Um die Wartezeit am Auto sinnvoll zu nutzen verkürze ich mir die Zeit mit Scheibenkratzen und der Niederschrift meiner Prognose für den heutigen Tag: „18.10.2009 und 92cm“ schreibe ich auf die vereiste Autoscheibe und ernte dafür von Rainer und Marco ein ungläubiges Lächeln. „Ihr werdet schon sehen, Großfisch ist immer möglich“, sage ich und wir setzen uns ins Auto und fahren zum Hafen.

Der letzte Tag! Jetzt heißt es, sich ins Zeug legen und keine Angelzeit vergeuden. Auch heute fahren wir zu Beginn der Tour an unseren obligatorischen Warmwassereinlauf und wieder gibt es Fischkontakt. Es dauert nur wenige Minuten und die ersten beiden Rapfen sind erfolgreich gelandet. Dennoch scheinen die deutlich niedrigeren Temperaturen am heutigen Morgen den Rapfen etwas aufs Gemüt zu schlagen, denn im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen haben die Bisse und Attacken spürbar nachgelassen und so entschließen wir uns zügig für einen Stellenwechsel.

Wir fahren an eine nahegelegene Stelle die bereits gestern einige schöne Fische hervorgebracht hat. Guido bringt das Boot gekonnt in Position und die Vertikalköder sausen zum Grund. Langsam und konzentriert präsentieren wir unsere Köder knapp über Grund. Erneut dauert es nicht lange bis der erste halbstarke Zander am anderen Ende meiner Schnur zappelt. Anschließend ist Marco wieder an der Reihe und es gelingt ihm einen schönen 72ziger Zander an die Oberfläche manövrieren. Obwohl wir nicht alle Fische landen können, steigt mit zunehmender Bißfrequenz auch der Spaßfaktor und die „positive Aura“ an Bord. Mittlerweile hat sich der Frühnebel aufgelöst. Das Wetter wird kontinuierlich besser und bei strahlendem Sonnenschein und steigenden Temperaturen angeln wir weiter. Unter ähnlichen Bedingungen hatte ich gestern mit dem Bass Assassin Swim Bait in Gold Shiner sehr gut „abgeräumt“. Abermals montiere ich den erfolgversprechenden Shad und werde prompt belohnt. Die Anzahl an Zanderkontakten ist an meinem Köder nicht spurlos vorbeigegangen und so erinnert er rein äußerlich inzwischen stark einem ausgelutschten Dorschköder.

Der heutige Tag ist auf dem besten Wege sich zu einem errinnerungswürdigen Angelevent zu entwickeln, einzig Rainer scheint heute mit Petrus (noch) auf Kriegsfuß zu stehen. Gejiggt und gewobbelt sind ihm in den letzten beiden Tagen einige Zander auf den Leim gegangen, aber vertikal wollen sie einfach nicht bei ihm beißen. Abrisse und Fehlattacken tun ihr Übriges und lassen sein Vertrauen in die Vertikalangelei schwinden. Wiederholt leiste ich Überzeugungsarbeit und versuche Rainer zu überreden seine Hardbaits beiseite zu legen und sich den No-Action Shads an der Vertikalrute zu widmen. Am frühen Nachmittag ist dann soweit. Am unteren Ende einer Steinpackung bekommt Rainer einen schönen Biss. Relativ schnell ist klar, dass kann kein schlechter sein, oder ist es vielleicht doch nur eine quer gehakte Monsterbrasse? Ein erster, erstaunlich großer Wasserschwall zeigt sich auf der Wasseroberfläche, aber vom Fisch ist noch nicht zu sehen. Die Spannung wächst und wächst. In solchen Momenten bewährt sich eine gut aufeinander eingespielte Bootsbesatzung. Rainer drillt, ich schnappe mir den Kescher, Guido und Marco greifen zu den Kameras und schießen schnell die ersten Bilder. Den Anblick als ich diesen riesigen Zander zum ersten Mal vor dem Kescher auftauchen sah werde ich wohl nie vergessen. Was für ein Traumfisch - was für eine Bulette!

Als der Fisch dann endlich sicher im Kescher liegt, schallen unüberhörbare Jubelschreie über das Wasser und an die Ufer der Weser. Rasch machen wir ein paar Bilder und vermessen den Fisch. Unfassbare 1,09m zeigt das Maßband und das Grinsen in Rainers Gesicht erscheint mindestens genauso breit. Nachdem der Riese „versorgt“ ist müssen wir uns erstmal eine Pause gönnen.

Nach diesem grandiosen Höhepunkt ist die Luft verständlicherweise etwas raus. Im Laufe des Nachmittags sammeln wir noch einige Zander ein, doch angesichts des Riesenzanders wirken diese Fische irgendwie nur noch wie Spielzeug.

Die Temperaturen sind etwas gestiegen und so entschließen wir uns noch einmal dazu den aussichtsreichen Warmwassereinlauf anzufahren. Noch immer scheinen einige Rapfen hier ihr Unwesen zu treiben und schnell feuern wir unsere Köder direkt in die Strömung. Nach einigen würfen erhält Marco einen brachialen Biss auf seinen Wobbler. Der Fisch schwimmt zunächst mit der Strömung auf das Boot zu. Zügig und mit schnellen Kurbelumdrehungen versucht Marco Schnur aufzunehmen und wieder etwas Druck auf den Fisch auszuüben. In diesem Moment entscheidet sich der Fisch für einen abrupten Richtungswechsel und verabschiedet sich mit einem gewaltigen Kopfstoß, mitsamt Köder, in den Fluten der Weser. Der Endrapfen wird das wohl nicht gewesen sein, eher ein unerwarteter Welskontakt?!

Inzwischen ist es kurz nach fünf und die Sonne neigt sich gen Horizont. Die Stimmung an Bord ist weiterhin ausgelassen und die Atmosphäre auf dem Wasser einfach atemberaubend und so verschieben wir die Heimfahrt noch einige Minuten nach hinten. Mit aufziehender Dämmerung und werden auch die Zander noch einmal ein wenig aktiver und wir können zu guter letzt noch zwei schöne Sonnenuntergangszander überlisten.

Der Abschlußtag hatte es einfach in sich. Insgesamt hatten wir 17 Zander bis 1,09m und 6 Rapfen bis 72cm im Boot. Die Tatsche, dass sich meine Prognose über den 92cm Zander dann nicht erfüllt hat, konnte ich angesichts des Riesenzanders gut verkraften ;)

Beladen mit tollen Erlebnissen einer ereignisreichen Vertikalangeltour machten wir uns Sonntag Abend auf den Heimweg nach Berlin.

Abschließend möchten wir Guido noch unseren herzlichsten Dank und ein riesiges Lob für das großartig organisierte Angelerlebnis aussprechen. Von der von ihm vermittelten Unterkunft, bis zur perfekten Bootsausstattung und den idealen Gewässerkenntnissen - alles hat einfach optimal gepasst! Wer von Euch also mal Lust hat in Hamburg oder Bremen den Zandern nachzustellen, oder eine unvergesslichen Hecht-, Dorsch-, Lachs-, Mefo- oder auch Zander-Tour auf Rügen zu buchen, der ist bei Guide Guido ideal aufgehoben! Es lohnt sich. Nähre Infos unter: www.angelservice-jubelt.de .

TL,

Basti

 

 
Banner

Umfrage

Womit vertreibt Ihr Eure Zeit bei geschlossener Eisdecke?
 

Suche